Selbstliebe...

"Liebe dich selbst!" So häufig wie man diesen Appell in den sozialen Medien ließt, so häufig scheitert er am Versuch, da Selbstliebe aus drei sehr entscheidenden Gedankenprozessen kreiert wird.

Verständnis

Für einen liebevollen Umgang mit uns selbst müssen wir verstehen welche Bedürfnisse, Wünsche oder Ängste wir haben, um die Verhaltensweisen, die daraus resultieren, einordnen zu können. In uns ruhen verschiedene Persönlichkeiten; nicht dass wir schizophren wären; nur gibt es einen Teil, der unserem Alter entsprechend denkt und handelt und einen Teil, der die Bedürfnisse eines kleinen Kindes vertritt. Diese zu registrieren und respektieren ist der erste, entscheidende Schritt. Nur durch das Verständnis für unsere Bedürfnisse, unabhängig von welcher Persönlichkeit sie beansprucht werden, bleiben wir vorurteilsfrei. Das Diskreditieren von Bedürfnissen bleibt dadurch aus. Persönliche Bedürfnisse als beispielsweise kindisch, unreif oder als Schwäche seiner Selbst wahrzunehmen, um zu verdrängen oder zu unterdrücken ist eine bewusste Entscheidung, die Selbstliebe unumgänglich verhindert.

Mitgefühl Wer die Bedürfnisse registriert und respektiert, sich ein Vorurteil vermeidet und sie verstehen möchte, dem wird es möglich seine tiefen Wunden, alte Narben, seine Sensibilität, Verwundbarkeit und Schwäche wahrzunehmen. Entscheidend hierbei ist nicht unter dieser Wahrheit zu leiden, sondern sie als Teil seines Selbst zu akzeptieren und eine emotionale Verbundenheit zu entwickeln. Mitgefühl ist kein Mitleid.

Dem Mensch ist es möglich Trauer zu verspüren und dabei nicht traurig zu sein. Er ist in der Lage Emotionen aus einer neutralen Position zu betrachten, die Emotion wahrzunehmen ohne von ihr überwältigt zu werden. Diese Fähigkeit gibt uns die Möglichkeit für uns selbst Mitgefühl zu entwickeln. Emotionale Reaktionen können neu interpretiert und verstanden werden.

Liebe Uns unseren Bedürfnissen, Schwächen und Unzulänglichkeiten, unserer Sensibilität und Verwundbarkeit mit Verständnis und Mitgefühl zu entgegnen lässt uns die Ursache für unsere Emotionen, Gefühle und unser Verhalten erkennen. Es eröffnet sich die Möglichkeit uns zu erklären und zu verzeihen. Jeden Teil unserer Persönlichkeit zu registrieren, akzeptieren und respektieren; als richtig und wichtig. Liebe für uns selbst und für andere zu entwickeln. Durch Verständnis, Mitgefühl und Liebe sind wir in der Lage uns neu zu erfinden und uns auf lange Sicht zu ändern.

©2020 by Mario Danzer.